Hochalpine Zillertaler Runde         Bilder (klick)
15.07.-19.07.2012

 

Unter dem Motto: „Es is ja nimmer weit, mir sind ja glei da“, machten sich zehn begeisterte Alpinsportler/-Innen der Sektion Feucht des Deutschen Alpenvereins auf den Weg ins schöne Zillertal. Auf dem Programm stand eine 5-tägige Bergtour, die über Teile des hochalpinen „Berliner Höhenweg“ verlief. 

 

Nach der Anreise startet die Gruppe bei leichten Regen vom Schlegeisspeicher in Richtung Friesenberghaus. Aufgrund der schlechten Wettervorhersage beeilten sich alle und erreichten am frühen Nachmittag das Friesenberghaus (2477m), das erste Übernachtungsquartier. Nach einem Kaffee und einsetzender Wetterbesserung wurde das Petersköpfle (2673m), der Hausberg des Friesenberghauses, erklommen. Unzählige kreativ gestaltete Steinmännlein belagerten den Gipfel und luden zu einer Fotosafari ein. Am Abend schneite es dicke Flocken und die Befürchtung, dass der Plan für den nächsten Tag ins Wanken gerät, war groß.

Da die Feuchter am zweiten Tag in der neuerbauten Olperer Hütte ihr nächstes Nachquartier beziehen wollten und der Weg zu diesem Haus nur ca. 2,5  Stunden dauern würde, beschlossen Sie einen Zwischengipfel - den Hohen Riffler (3231m) - zu erklimmen. Dieser Plan musste auf halbem Weg neu überdacht werden. Der Gipfel blieb in Wolken, der gefallene Schnee und die Temperatur um 0°C verwandelten die Felsen zu rutschigen Eisplatten. Aus Sicherheitsgründen brach die Gruppe ca. 400 Höhenmeter unterhalb des Gipfels diese Tour ab und kehrte zum Friesenberghaus zurück.
Auf dem Verbindungsweg zur Olpererhütte tat sich ein beeindruckendes Fels- und Gletscherpanorama auf. Im Südosten der Große Greiner (3201m), der Hohe Möseler (3480m), im Süden der Weißzinth  (3371m)  und der Hochfeiler (3509m) im Westen die Gefrorene-Wand-Spitzen (3286 m) und der Olperer (3476 m). Der Neuschnee  der vergangenen Nacht ließ die Gletscher in frischem Weiß glänzen. Bei gutem Bergwetter erreichte man die Olpererhütte (2388m), Eigentum der Sektion Neumarkt i.d. Oberpfalz, die sich wie ein Adlerhorst an den Hang schmiegt. Der Blick auf den Schlegeisspeicher und der umgebenden Bergwelt ist beeindruckend. Eine kleine Nachmittagstour auf der „Neumarkter Runde“ in Richtung Pfitscher Joch rundete den Tag ab. Auf der Terrasse der Olperer Hütte wieder angekommen, füllte man die verlorengegangenen Mineralien in flüssiger Form wieder nach und genoss die wärmenden Sonnenstrahlen.
Am Mittwoch erfolgte zuerst der Abstieg zum Schlegeisspeicher. Entlang des Stausees sah man einige Touristen, die mit Bus oder Pkw anreisten. Nachdem die gesamte Länge des Sees abgewandert war, zog sich der Weg in Serpentinen bis zum Furtschagelhaus (2293m) hinauf. Für diesen Weg ließ man sich Zeit, denn der Weg war von der Strecke, den Höhenmetern und der Zeit überschaubar. Bereits nach 5 Stunden standen die geübten Bergsteiger vor dem Furtschagelhaus. Der Nachmittag bot Gelegenheit für eine aktive Pause. Dabei erholten sich ein Teil der Gruppe innerhalb der Hütte und der Andere außerhalb. Slackline-Übungen, Wäschetrocknen und mentale Entspannungsübungen sorgten für eine gute Vorbereitung der nächsten anstehenden Etappe.
Die Königsetappe dieser Bergtour stand noch an. Der Weg führte zunächst ansteigend über Fels, Schneefelder über das Schönbichler Horn (3134m) und absteigend durch stahlseilgesicherte Rinnen vorbei an Wasserfällen, über Bäche und Flüsse hinab zur Berliner Hütte (2042m). Während mehrerer Pausen genossen die Teilnehmer die grandiosen Weitblicke zu den umliegenden Gipfeln und den weißglänzenden Gletschern. In die Tiefe blickend sah man die bekannte Berliner Hütte mit ihren Nebengebäuden wie ein kleines Dorf in den Bergen liegen. Es war der beste Tag, die besten Aussichten und die längsten Sonnenscheinstunden, welche dazu führten, dass sich die Feuchter für die Pausen fast die gleiche Zeit nahmen, wie für den gesamten Auf- und Abstiegsweg. Das Eintreffen auf der Berliner Hütte war ein weiteres Hochgefühl.
Die Berliner Hütte ist eine denkmalgeschützte Alpenvereinshütte, sie ist das erste und bisher einzige Schutzhaus in Österreich, das den Status eines Baudenkmals erhielt. Diese Hütte ist einzigartig unter den Alpenvereinshütten – ein eindrucksvolles Zeugnis aus jener Zeit, als das deutsche Kaiserreich und dessen Hauptstadt sich mit Glanz und Gloria auch im Hochgebirge darstellen mussten. Große Kronleuchter aus Holz und ein riesiges Stiegenhaus werden von Bergsteigern in einer Schutzhütte eigentlich nicht erwartet. Umso größer ist die Überraschung wenn man diese Hütte betritt. In den Gängen findet man noch Waschgelegenheiten von 1890 vor. Beim Durchlaufen des gesamten Hauses hatte man den Eindruck als würde man ein Museum besichtigen.
Der letzte Abend fand gemütlich seinen Ausklang, zusammen mit seinen Freunden spielte der Hüttenwirt zünftige Musik. Mit einer Steirischen Harmonika und taktvoll klingenden Löffeln erreichte der Abend seinen Höhenpunkt. Mit Gesang und Tanz erhöhten die Feuchter das Stimmungsbarometer bis die anderen Hüttengäste von der guten Laune angesteckt mitmachten.
Am letzten Tag verabschiedete man sich nur ungern von der Hütte. Während ein Teil der Gruppe den direkten Weg über den Zemmgrund hinab zum Gasthof Breitlahner nahm, wollte der andere Teil  noch zum Schwarzsee aufsteigen. Beide Gruppen erlebten nochmals einen schönen Tag.
Beeindruckende Aussichten, schöne Hütten und eine gute Stimmung bei allen Beteiligten bleiben in Erinnerung und die nächste Tour ist bereits geplant.
Gez.
Norbert Wawrzinek        Hier gibts noch ein paar Bilder zu der Tour: (klick)