Winterbergtour im Juni

 

Teilnehmer: Gertrud, Milada, Ernst, Harald (Gast), Klaus, Norbert, Peter, Philipp, Thomas, organisiert von Franziska

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Aller Anfang ist schwer. Fahren oder nicht fahren, das war hier die Frage. Nachdem es die Tage zuvor wie aus Eimern schüttete und in Teilen Bayerns Katastrophenalarm herrschte, wurde der Termin für die Bergtour in die Voralpen des Spitzingsee-Gebietes um einen 
Tag verschoben, da der Wetterbericht ab Montag für die kommende Woche besseres Wetter vorhersagte.

10 Teilnehmer fuhren mit der Bahn über München, mit der BOB Bayerische Oberlandbahn nach Neuhaus/Schliersee und weiter mit dem Bus zum Spitzingsee. Von dort startete die Wanderung im Regen zur Schönfeldhütte (1410 m). War aber weiter nicht schlimm, wir saßen ja jetzt im Trockenen und verbrachten einen geselligen Hüttennachmittag. Vier Unentwegte erforschten am Spätnachmittag noch die weitere Umgebung, um zu sehen, wie sich die Schneelage darstellte.

Am nächsten Tag (Wetterbesserung kündigte sich zaghaft an) bestieg die Gruppe mit leichten Rucksäcken den (Hütten)-Gipfel des Jägerkamp (1746 m), wo im Südosten der allseits bekannte Wendelstein aus den Wolken ragte.

Anschließend weiter zum Gipfel der Aiplspitze (1759 m), deren Gipfelgrat etwas Trittsicherheit verlangte und die wir in leichter Kletterei erklommen. Abstieg über die Schnittlauchmoosalm zurück zur Hütte , über Taubenstein und Taubensteinhaus, Miesingsattel zum Rotwandhaus, das wir nur mit großer Mühe erreichten. Die Schneemenge nahm immer mehr zu, wir stapften durch halbmeterhohen Schnee und über aufgehäufte Lawinenrutsche. Froh waren die Bergsteiger, als die Hütte nach schweißtreibendem Gegenanstieg über die Kümpflscharte vor uns auftauchte. Wir waren übrigens die einzigen Übernachtungsgäste auf der sonst immer sehr gut besuchten Hütte.

Am nächsten Morgen strahlender Sonnenschein, der gute Laune machte. Vom Rotwandhaus Abstieg in die Parklandschaft des Oberen Pfanngrabens mit seinen herrlichen Wasserfällen, Gumpen und Griesbecken, der an einer Forststraße bei der Waizingeralm endete. Auf einem bequemen Wanderweg entlang der Roten Valepp, tauchte unser Tagesziel, die Albert-Link-Hütte auf, schön gelegen auf freiem, sonnigen Almgebiet. Nachmittags wurde noch der „Stolzenberg“ bestiegen (den gibt’s wirklich), um den sonnigen Tag zu nutzen.

Tags darauf verabschiedeten sich fünf Teilnehmer, um nach Hause zu fahren. Die übrig gebliebenen bestiegen über einen interessanten, teilweise versicherten Grat die Brecherspitze (1683 m). Der Blick auf die drei Seen: Spitzingsee, Schliersee und Tegernsee war traumhaft. Noch ein Abstecher zur luftig auf einem Rücken gelegenen Freudenreichkapelle und eine Einkehr in der Oberen Firstalm rundeten die Tour ab.

Letzter Tag: Ausgeruht ging es am Ufer des Spitzingsees entlang hinauf zur Unteren Firstalm und weiter über einen bewaldeten Rücken, zuletzt über freies Gelände zum felsigen Gipfel der Bodenschneid ( 1667 m). Von hier in vielen Serpentinen hinunter durch steilen Bergwald zur Mautstraße in die Valepp und auf waldigem Wanderweg an der Rottach entlang hinaus nach Enterrottach zur Bushaltestelle.

Eine Einkehr im Tegernseer Bräustüberl gönnten wir uns als Abschluss dieser 5-tägigen Bergwanderung in einer bayerischen Bilderbuchlandschaft, bevor wir mit der Bahn die Heimfahrt antraten.

 

Franziska Stüllein